Wenn Menschen
an Europa denken, kommen ihnen meist dieselben drei oder vier Städte in den
Sinn: Paris, Rom, Barcelona, Amsterdam. Diese Städte sind schön — aber im
Sommer werden sie so voll, dass man oft nicht die Aussicht sieht, sondern das
Handydisplay der Person vor einem. Nach Jahren, in denen ich Menschen bei der
Reiseplanung geholfen habe, ist mir eines aufgefallen: Die unvergesslichsten
Erinnerungen entstehen meist an Orten, über die niemand spricht.
Porto, Portugal
Eine Stadt, die
im Schatten Lissabons steht, aber weitaus herzlicher ist. Alte Viertel am
Douro, Keller der besten Portweine der Welt und überraschend erschwingliche
Preise. April–Mai oder September–Oktober sind ideal; Hochsommer ist heiß und
voller.
Gent, Belgien
Während alle
nach Brüssel und Brügge fahren, wird diese mittelalterliche Stadt dazwischen
oft übersprungen. Ihre Kanäle sind so schön wie die von Brügge, aber die
Touristendichte ist weit geringer. Als Studentenstadt hat sie eine lebendige,
junge Atmosphäre.
Ljubljana, Slowenien
Eine der
charmantesten Hauptstädte Europas, deren Namen viele nicht einmal aussprechen
können. Ein autofreies Zentrum, Drachenbrücken, üppig grüne Umgebung. Von hier
aus ist ein Tagesausflug zum Bleder See möglich.
Matera, Italien
Mit tausende
Jahre alten Höhlenwohnungen einer der ältesten dauerhaft bewohnten Orte der
Erde. In Italien, aber völlig abseits der Toskana-Menge. Wenn abends die
Lichter angehen, verwandelt sich die Stadt in eine Bühne.
Tallinn, Estland
Dieses
mittelalterliche Juwel des Baltikums besitzt eine der am besten erhaltenen
Altstädte Nordeuropas. Märchenhaft im Winter, magisch mit langen Tagen im
Sommer. Als Weltführer der Digitalisierung ist es praktisch auch sehr leicht zu
bereisen.
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