Diese Frage
höre ich fast täglich — meist von einem Klienten, der eine Übersetzung selbst
oder von einem Bekannten hat anfertigen lassen und dann erfuhr, dass die
Institution sie nicht akzeptiert. Der Unterschied ist einfacher, als er klingt,
aber die Folgen sind ernst. Die beiden zu verwechseln, kann Zeit- und
Geldverlust bedeuten.
Was ist eine normale Übersetzung
Jeder, der eine
Sprache beherrscht, kann jeden Text übersetzen. Selbst wenn die Sprache korrekt
ist, hat diese Übersetzung keinerlei offizielle Gültigkeit. Eine Übersetzung
von einem Freund oder einer Software fällt, egal wie technisch korrekt, in
diese Kategorie. Für den persönlichen Gebrauch reicht sie, für offizielle
Vorgänge nicht.
Was ist eine beglaubigte Übersetzung
Eine
beglaubigte Übersetzung wird von einem Übersetzer angefertigt, der vor einem
Notar einen Eid geleistet hat, formalisiert mit einem offiziellen Protokoll.
Der Übersetzer versieht die Übersetzung mit eigenem Stempel und eigener
Unterschrift und übernimmt rechtlich die Verantwortung für ihre Richtigkeit.
Ohne diese Unterschrift und diesen Stempel akzeptiert keine offizielle
Institution die Übersetzung.
Warum dieser Unterschied so wichtig ist
Bei offiziellen
Vorgängen — Visumanträgen, Universitätseinschreibung, Eheverfahren,
Gerichtsverfahren — geht es Institutionen nicht nur um die Richtigkeit der
Übersetzung, sondern darum, 'wer sie mit welcher Befugnis gemacht hat.' Die
Unterschrift eines vereidigten Übersetzers bietet diese Sicherheit. Es geht
also nicht nur um Sprache, sondern um offizielle Verantwortung.
Die Verwechslung von beglaubigter Übersetzung und
Notarbeglaubigung
Diese beiden
werden oft verwechselt, sind aber getrennte Schritte. Die beglaubigte
Übersetzung ist, dass der Übersetzer mit eigener Unterschrift und eigenem
Stempel die Verantwortung für die Richtigkeit übernimmt. Die Notarbeglaubigung
ist, dass der Notar bestätigt, dass die Unterschrift wirklich diesem Übersetzer
gehört — eine zusätzliche Ebene. Manche Institutionen akzeptieren die
beglaubigte Übersetzung allein, andere verlangen auch die Notarbeglaubigung.
Ein echtes Beispiel
Ein Klient, der
sich an einer Universität im Ausland bewarb, ließ sein Diplom von einem Freund
mit gutem Englisch übersetzen. Die Übersetzung war sprachlich einwandfrei —
aber die Universität akzeptierte sie nicht, weil Unterschrift und Stempel eines
vereidigten Übersetzers fehlten. Am Ende musste das Dokument neu beglaubigt
übersetzt werden, was den Bewerbungsprozess um Wochen verzögerte. Die Lehre:
Bei einem Dokument für eine offizielle Stelle reicht die Richtigkeit der
Übersetzung allein nicht — auch ihre offizielle Gültigkeit ist unerlässlich.
Häufig gefragt
'Mein Englisch
ist sehr gut — kann ich mein eigenes Dokument übersetzen?' — Für offizielle
Vorgänge nein; die Institution will eine Übersetzung durch einen unabhängigen,
befugten Dritten, und Sie können Ihr eigenes Dokument nicht übersetzen. 'Ist
die beglaubigte Übersetzung in jedem Land gleich?' — Nein, das System variiert
von Land zu Land; in manchen gilt ein 'vereidigter Übersetzer', in anderen eine
notariell beglaubigte Übersetzung. 'Kann ich mit Google Translate übersetzen und
von einem vereidigten Übersetzer beglaubigen lassen?' — Ein vereidigter
Übersetzer fertigt die Übersetzung unter eigener Verantwortung an und prüft sie
selbst; er beglaubigt keine fertige Maschinenübersetzung blind.
Wenn Sie nicht
sicher sind, ob Ihr Dokument eine beglaubigte oder normale Übersetzung braucht,
schreiben Sie uns einfach — das zu klären, dauert meist ein paar Minuten. Weit
einfacher, als die falsche Art anfertigen zu lassen und neu anzufangen.